Vor- und Nachteile einer Fastenkur und was Sie alles beachten sollten:

Die Beliebtheit des Fastens und vor allem des Heilfastens nimmt immer mehr zu. Gerade jetzt vor Ostern entscheiden sich viele für eine Fastenkur oder einen Verzicht. Doch neben den oft genannten Vorteilen sollten auch die Nachteile nicht aus Acht gelassen werden, denn diese bergen viele Risiken...

 

Was genau ist eigentlich Fasten?

Mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Formen des Fastens, doch Fasten ist nicht gleich Fasten: Die Bandbreite reicht von Totalfasten, der sogenannten Nulldiät ohne feste Nahrung, über den Verzicht einiger Lebensmittel wie Zucker oder Fleisch, bis hin zu Heilfasten oder Saftkuren, bei denen hauptsächlich die reinigende Wirkung von Körper und Geist im Vordergrund steht. Ziel des Fastens sollte immer eine Verbesserung des Gesundheitszustandes durch Entgiftung sein, doch viele sehen die Fasten-Kur als Diät. Dies verfehlt jedoch das Ziel der Kur, da zwar die Pfunde purzeln, aber nach der Kur schneller als gedacht wieder alles schwer auf den Hüften liegt.

Egal welche Form des Fastens Sie in Erwägung ziehen, Sie sollten immer ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Dies sichert Ihrem Körper zumindest einen Teil der Nährstoffe, Ihr Hungergefühl lässt nach und die Gefahr von Kopfschmerzen und Schwindel wird geringer. Zudem wird durch genügend Flüssigkeit die Funktion des Stoffwechsels unterstütz. Doch auch wenn sie viel trinken, sollten Sie nicht länger als 2 Wochen eine Totalfastenkur anstreben, da der Nährstoffmangel sonst zu hoch und zu gefährlich wird. Verzichten Sie jedoch „lediglich“ auf Zucker, Weizen oder Alkohol, können die 14 Tage natürlich nach Belieben ausgeweitet werden. :)

 

Vorteile einer Fastenkur:

Die Vorteile einer Fastenkur liegen vor allem in der Entschlackung des Körpers. Verschiedenste Giftstoffe werden dadurch aus dem Körper gespült und auch die Verdauung wird entleert, gereinigt und kann anschliessend von Neuem starten. So findet eine körperliche und auch seelische Reinigung statt und Körper und Geist können sich über den Zeitraum von meistens 10 Tagen regenerieren und neu aufladen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Minderung von Risikofaktoren wie Blutfettwerte oder der Blutdruck, jedoch sollte auch da die Kur nicht übertrieben werden. Die Gewichtsabnahme ist zwar auf den ersten Blick positiv und ein schöner Nebeneffekt, doch tritt, wie nach einer herkömmlichen Diät, auch nach der Fastenkur der altbekannte Jojo-Effekt auf. Wenn Sie diesen vermeiden möchten, sollten Sie nach der Zeit des Verzichts auf Ihre Ernährung achten oder sie gänzlich umstellen.

 

Nachteile und Gefahren einer Fastenkur:

Einer der gefährlichsten Nachteile sind die entstehenden Mangelerscheinungen durch die geringe Nahrungszufuhr. Der Körper bekommt so nicht genügend essentielle Nährstoffe und dies kann unteranderem zu Kopfschmerzen, Haarausfall, Müdigkeit, Reizbarkeit und Schwächegefühl führen. Auch die Muskeln leiden unter einer langen Totalfastenzeit sehr, da der Körper seine Energiereserven aus der Muskulatur zieht und sich erst nach mehrwöchigem Fasten an die Fettreserven macht. Wenn Sie länger als 100 Tage Totalfasten betreiben, kann sogar der Herzmuskel langfristig geschädigt werden. Zudem produziert der Körper vermehrt Harnsäure, was einerseits zu einer Übersäuerung des Körpers führt und andererseits, bei Auskristallisierung dieser Harnsäure, zur Bildung von Harnsäuresteinen führt. Weitere Folgen der Übersäuerung sind Gicht sowie Gallen- oder Nierensteine. Nierensteine schädigen die Nieren – also unser Entgiftungsorgan – und somit hat exzessiv betriebenes Fasten die gegenteilige Wirkung von Entschlacken.

Wissenswertes: Um der Übersäuerung entgegenzuwirken, können Sie basisches Gemüse (wie Brokkoli, Fenchel, Karotten, Mangold und vieles mehr) essen oder, falls Sie eine Nulldiät vorhaben, basische Gemüsesäfte zu sich nehmen, damit Ihr Körper gesund bleibt.

 

Tipps für Heilfasten:

Sie sollten niemals ohne Vorbereitung in eine Fastenkur starten. Lassen Sie sich im vorab von Ihrem Hausarzt untersuchen und im besten Fall begleitet er/sie die Kur. Zudem sollten Sie Ihren Körper langsam an die neue Kost gewöhnen und nach Ende der Fastenzeit das sogenannte Fastenbrechen beachten. Das bedeutet, dass der Körper langsam wieder an Nahrung gewöhnt werden muss, um den Jojo-Effekt sowie Verdauungsprobleme und Krämpfe zu vermeiden. Ein weiterer wichtiger Tipp während der Fastenzeit ist eine Balance zwischen Entspannung für die Seele und Bewegung für den Körper, damit dieser nicht in den Sparflammenmodus verfällt. Heilfasten lohnt sich, da sie uns oftmals dazu anregt unser Leben nach der Kur gesünder zu gestalten, um das entstandene Wohlgefühl des Körpers zu behalten.

Tipp: Zusammen bereitet alles mehr Freude. Suchen Sie sich deshalb einen Fasten-Partner – es ist leichter und macht mehr Spass.

 

Wer kann fasten?

Grundsätzlich kann jeder Mensch fasten, doch es gibt Einschränkungen. Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Beschwerden (z.B. Diabetes, Herzrhythmusprobleme usw.) wird von einer Fastenkur abgeraten. Wenn Sie dennoch fasten wollen, sollte die Kur in Absprache mit einem Hausarzt erfolgen und dieser sollte Ihren gesundheitlichen Zustand überwachen. Sonst gilt die Faustregel: jeder gesunde Mensch kann fasten und eine Kur tut Körper und Seele gut, doch nur solange es nicht übertrieben wird. Totalfasten sollten Sie z.B. nicht öfters als 2x pro Jahr für höchstens 14 Tage, Verzicht dagegen ist ausdehnbar. :)

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen einen kleinen Einblick rund um das Thema Fasten geben und wünschen Ihnen bei einer potenziellen Kur viel Erfolg! Wenn Sie noch mehr Informationen zu den Themen Sport, gesunde Ernährung, Fitness, Lebensbalance und medizinische Selbsttests erhalten möchten, besuchen Sie einfach unsere Websites myselftest.ch oder myselftest.de.

Ihr myselftest-Team

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