Stresssymptomatik

Wenn der Mensch Stress durch extrinsische oder intrinsische Stressoren erfährt, spürt er sofort körperliche Reaktionen. Diese körperlichen Reaktionen sind abhängig von unseren Erfahrungen, die wir im Körper gespeichert haben. Diese können entweder evolutionär angelegt oder selbst erworben sein. Im Normalfall reicht für jeden Menschen schon eine einfache Mathematikaufgabe, um zumindest auf physiologischer Ebene die Kaskade auszulösen, die wir als Stress bezeichnen. Hat derjenige, der die Aufgabe gestellt bekommt, eine umfangreiche und souveräne Erfahrung mit Mathematik, dann wird er nach kurzer Zeit die Lösung liefern. Er entspannt sich nach der Bestätigung der Lösung und fühlt Genugtuung oder Stolz. Hat aber derjenige, der die Aufgabe lösen soll, schlechte Erfahrungen mit Mathematik gesammelt (Zeitdruck, Komplexitätsdruck, Androhung von Repressalien), folgt auf den Stress die Emotion. Er spürt Angst vor Versagen.

Diese positiven und negativen Gefühle, die wir in diesem Stressmoment spüren, stehen am Ende einer Kaskade körperlicher Prozesse. Diese Gefühle entstehen durch die Bewertung einer im ersten Moment neutralen Situation, die bei uns auf Erfahrung stösst und somit bewertet wird. Unser Gehirn versucht, ökonomisch wie es ist, jede Art von Denken zu vermeiden. Denken, also auch das Bewerten von Situationen, die den langen Weg über den bewussten Verstand gehen, sind nicht als direkt lösbar eingestuft und somit als Problem gedeutet worden. In der Regel versucht das Gehirn über sein Erfahrungsgedächtnis dem Ereignis sofort, über den kurzen Weg, eine Bedeutung zu geben. Oft stellen wir im Nachhinein fest, dass diese schnelle Wertung nicht immer stimmt. 

 

Stress(LeDoux, 2003)

Beispiel 1:

Wir lernen jemanden beim geselligen Beisammensein in einer Gaststätte kennen und sein Verhalten gegenüber der Bedienung im Restaurant führt bei uns dazu, dass wir ihn in eine Schublade stecken. Jedes weitere Treffen mit dieser Person löst in der Folge die gleichen Reaktionen aus. Sind diese unangenehm, werden jedes Mal intrinsische Stressoren ausgelöst.

Beispiel 2:

Wenn man Angst verspürt, beginnt man, leicht zu hyperventilieren, also schneller zu atmen. Das führt zu einer Minderversorgung unseres Körpers mit Sauerstoff und kann zu Ohnmacht führen, was in der Summe eine lebensbedrohliche Situation für den Körper darstellt.

Wenn man nun, aufgrund einer nicht gewollten Bewegung, einen Wirbel im Brustwirbelbereich blockiert (falsches Heben), kann es in der Nacht dazu führen, dass man sich auf die Seite dreht, auf der der Wirbel blockiert ist, und beginnt, den Atemrhythmus zu beschleunigen. Aufgrund der erlernten Situation initiiert man über das schnelle und flache Atmen die Mechanismen für Angst. Wenn dieses Phänomen nicht frühzeitig entdeckt wird, können somit nachts regelmässig Panikattacken auftreten, die dann zu einer Angstpsychose führen können.

Das wiederholte Auftreten solcher Ereignisse führt dazu, dass man körperliche Reaktionen koppelt. Ein Phänomen, welches in der Lerntheorie als klassisches Konditionieren bekannt ist. Diese ersten wahrnehmbaren Phänomene sind rein körperlich beschreibbar und werden als sog. somatische Marker (Damasio, 2011) gekennzeichnet.

•„Es stellen sich einem die Nackenhaare!“

•„Man bekommt weiche Knie!“

•„Mir wird flau im Magen!“

•„Mir zieht es den Brustkorb zusammen!“

•„Ich bekomme keine Luft mehr!“

Diese somatischen Marker werden im Körper von Prozessen begleitet, die als neuroendokrine Stressachse bezeichnet werden. Die neuroendokrine Stressachse umfasst einerseits die Stresshormone, die über den Hypothalamus und die Hypophyse aus der Nebennierenrinde mobilisiert werden. Dies ist vor allem Cortisol und das partiell Cortisol-antagonistisch wirkende OHEAS. Andererseits sind es die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin) sowie im weiteren Sinne GABA und Glutamat. Vor allem Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Cortisol stehen in enger Wechselwirkung zueinander, sowohl bezüglich ihrer additiven, oder auch antagonistischen Wirkungen, als auch hinsichtlich der Steuerung der Enzymaktivität und der Sekretion.

Ob die Stressachse bei Ihnen funktioniert oder aus dem Lot geraten ist, können Sie mit unserem NeuroSpot ohne grossen Aufwand von zu Hause aus testen.

Literatur:

Damasio, A. R. (2011). Selbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins. München: Siedler.

LeDoux, J. (2003). Synaptic self: how our brains become who we are. New York [etc.]: Penguin Books.

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Stresssymptomatik

Wenn der Mensch Stress durch extrinsische oder intrinsische Stressoren erfährt, spürt er sofort körperliche Reaktionen. Diese körperlichen Reaktionen sind abhängig von unseren Erfahrungen, die wir im Körper gespeichert haben. Diese können entweder evolutionär angelegt oder selbst erworben sein. Im Normalfall reicht für jeden Menschen schon eine einfache Mathematikaufgabe, um zumindest auf physiologischer Ebene die Kaskade auszulösen, die wir als Stress bezeichnen. Hat derjenige, der die Aufgabe gestellt bekommt, eine umfangreiche und souveräne Erfahrung mit Mathematik, dann wird er nach kurzer Zeit die Lösung liefern. Er entspannt sich nach der Bestätigung der Lösung und fühlt Genugtuung oder Stolz. Hat aber derjenige, der die Aufgabe lösen soll, schlechte Erfahrungen mit Mathematik gesammelt (Zeitdruck, Komplexitätsdruck, Androhung von Repressalien), folgt auf den Stress die Emotion. Er spürt Angst vor Versagen.

Diese positiven und negativen Gefühle, die wir in diesem Stressmoment spüren, stehen am Ende einer Kaskade körperlicher Prozesse. Diese Gefühle entstehen durch die Bewertung einer im ersten Moment neutralen Situation, die bei uns auf Erfahrung stösst und somit bewertet wird. Unser Gehirn versucht, ökonomisch wie es ist, jede Art von Denken zu vermeiden. Denken, also auch das Bewerten von Situationen, die den langen Weg über den bewussten Verstand gehen, sind nicht als direkt lösbar eingestuft und somit als Problem gedeutet worden. In der Regel versucht das Gehirn über sein Erfahrungsgedächtnis dem Ereignis sofort, über den kurzen Weg, eine Bedeutung zu geben. Oft stellen wir im Nachhinein fest, dass diese schnelle Wertung nicht immer stimmt. 

 

Stress(LeDoux, 2003)

Beispiel 1:

Wir lernen jemanden beim geselligen Beisammensein in einer Gaststätte kennen und sein Verhalten gegenüber der Bedienung im Restaurant führt bei uns dazu, dass wir ihn in eine Schublade stecken. Jedes weitere Treffen mit dieser Person löst in der Folge die gleichen Reaktionen aus. Sind diese unangenehm, werden jedes Mal intrinsische Stressoren ausgelöst.

Beispiel 2:

Wenn man Angst verspürt, beginnt man, leicht zu hyperventilieren, also schneller zu atmen. Das führt zu einer Minderversorgung unseres Körpers mit Sauerstoff und kann zu Ohnmacht führen, was in der Summe eine lebensbedrohliche Situation für den Körper darstellt.

Wenn man nun, aufgrund einer nicht gewollten Bewegung, einen Wirbel im Brustwirbelbereich blockiert (falsches Heben), kann es in der Nacht dazu führen, dass man sich auf die Seite dreht, auf der der Wirbel blockiert ist, und beginnt, den Atemrhythmus zu beschleunigen. Aufgrund der erlernten Situation initiiert man über das schnelle und flache Atmen die Mechanismen für Angst. Wenn dieses Phänomen nicht frühzeitig entdeckt wird, können somit nachts regelmässig Panikattacken auftreten, die dann zu einer Angstpsychose führen können.

Das wiederholte Auftreten solcher Ereignisse führt dazu, dass man körperliche Reaktionen koppelt. Ein Phänomen, welches in der Lerntheorie als klassisches Konditionieren bekannt ist. Diese ersten wahrnehmbaren Phänomene sind rein körperlich beschreibbar und werden als sog. somatische Marker (Damasio, 2011) gekennzeichnet.

•„Es stellen sich einem die Nackenhaare!“

•„Man bekommt weiche Knie!“

•„Mir wird flau im Magen!“

•„Mir zieht es den Brustkorb zusammen!“

•„Ich bekomme keine Luft mehr!“

Diese somatischen Marker werden im Körper von Prozessen begleitet, die als neuroendokrine Stressachse bezeichnet werden. Die neuroendokrine Stressachse umfasst einerseits die Stresshormone, die über den Hypothalamus und die Hypophyse aus der Nebennierenrinde mobilisiert werden. Dies ist vor allem Cortisol und das partiell Cortisol-antagonistisch wirkende OHEAS. Andererseits sind es die Neurotransmitter Serotonin und die Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin) sowie im weiteren Sinne GABA und Glutamat. Vor allem Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Cortisol stehen in enger Wechselwirkung zueinander, sowohl bezüglich ihrer additiven, oder auch antagonistischen Wirkungen, als auch hinsichtlich der Steuerung der Enzymaktivität und der Sekretion.

Ob die Stressachse bei Ihnen funktioniert oder aus dem Lot geraten ist, können Sie mit unserem NeuroSpot ohne grossen Aufwand von zu Hause aus testen.

Literatur:

Damasio, A. R. (2011). Selbst ist der Mensch: Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins. München: Siedler.

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